Artikel-Schlagworte: „Zeitmanagement“

Zeitmanagement: Singletasking mithilfe der Pomodoro-Technik

Donnerstag, 25. Februar 2010

Wie wichtig gutes Zeitmanagement für die alltägliche Projektarbeit ist, wird kaum jemand bestreiten. Selbst bei der sorgfältigsten Planung kommen Tag für Tag neue Aufgaben, Fragen und Problemstellungen zum ohnehin klammen Terminplan hinzu. Wer hier nicht den Überblick behält, verliert sich allzu leicht in ineffizienter Kleinteiligkeit.

Zeitmanagement mithilfe der Pomodoro-TechnikViele Projektmanager bedienen sich daher der GTD-Methode des US-amerikanischen Selbstmanagement-Coachs David Allen. Seine Technik basiert vor allem auf Ordnung – sowohl äußerlicher als auch innerlicher.  Und keine Frage: Wer sich einmal mit seiner Methode beschäftigt hat, der möchte sie nicht mehr missen. Dennoch gibt es zwei Aspekte des Zeitmanagements, bei dem ich GTD nicht als Best Practice bezeichnen würde: Die Einhaltung von Pausen und das Singletasking.

Mehr Effizienz durch Singletasking

Warum Singletasking, also die Bearbeitung nur einer Aufgabe zu einer bestimmten Zeit, so wichtig für unsere Konzentration und Produktivität ist und warum Multitasking keineswegs notwendige Realität des Arbeitsalltags sein muss, wird in dem Blogbeitrag „Singletasking statt Multitasking“ auf orga-dich.de hervorragend veranschaulicht.

Ergänzend will ich nur die Bedeutung von regelmäßigen Pausen für unsere Leistungsfähigkeit hervorheben. Gerade Projektleitern oder Team-Mitarbeitern mit übereifrigen Kollegen fällt das Innehalten während eines laufenden Arbeitsprozesses schwer. Dabei können wir unser volles Potential nur dann ausschöpfen, wenn wir uns genügend Auszeiten nehmen. Für mich hat sich in diesem Punkt die Pomodoro-Technik von Francesco Cirillo als äußerst hilfreich erwiesen.

Grundlagen der Pomodoro-Technik

Ähnlich wie bei der GTD-Methode, werden zu Beginn des Tages alle anliegenden Aufgaben auf einer To-Do-Liste notiert und nach Dringlichkeit sortiert. Anschließend arbeiten Sie diese in 25 Minuten-Abschnitten der Reihe nach ab.

Zwischen den einzelnen Abschnitten sollten Sie sich jeweils 5 Minuten Zeit zur Entspannung nehmen und keinesfalls irgendetwas tun, das in Beziehung zur eben bearbeiteten Aufgabe steht. Innerhalb der Abschnitte sollte nur eine einzige Aufgabe bearbeitet werden.

Sind Sie früher mit Ihrer Arbeit fertig, können Sie die übrige Zeit zur Rekapitulation nutzen. Es sollte keine neue Aufgabe in Angriff genommen werden. Nach jeweils vier Abschnitten wird eine größere Pause von 15-30 Minuten eingelegt.

Die ausführliche Anleitung und hilfreiche Tipps zum Umgang mit Ablenkungen finden Sie im kostenlosen E-Book „The Pomodoro Technique“.

Tools

Grundsätzlich brauchen Sie für diese Technik lediglich einen Stift, ein Blatt Papier und eine Eieruhr zur Bemessung der Abschnitte und Pausen. Franco Cirillo nutzte während der Entwicklung eine Eieruhr in Form einer Tomate, daher der Name Pomodoro (ital. für Tomate). Mit der wachsenden Beliebtheit der Methode sind inzwischen unzählige, kostenlose Tools und Apps auf den Markt gekommen. Die wichtigsten sind:

  • Der Focus Booster als Ersatz für die Eieruhr. Sie können ihn sowohl in Ihren Browser integrieren oder als Applikation zu Adobe Air nutzen.
  • Der Pomodoro-Helper, mit dem Sie zudem Ihre To-Do-Liste planen und einschätzen können, wie viele Abschnitte Sie für die Erledigung einer Aufgabe benötigen.
  • Für iPhone-Liebhaber die Applikation PomodoroPro.

Übrigens müssen auch eingefleischte GTD-Anhänger nichts befürchten. Die Pomodoro-Technik lässt sich problemlos in David Allens Methode einfügen. Um ehrlich zu sein, würde es mich nicht wundern, wenn er sie selbst anwendet …

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Kostenloser Online-Workshop: GTD erleichtert die Projektarbeit

Montag, 28. September 2009

Getting Things Done (kurz GTD) ist eine Selbstmanagement-Methode von David Allen, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, auch gerade im Bereich Projektmanagement.

GTD basiert auf dem Prinzip, dass eine Person ihre anstehenden Tätigkeiten in einem wie auch immer geartetem System notiert und somit den Kopf frei hat für Wichtigeres. Dieses System liefert kontextbezogene Aufgabenlisten für den Alltag. Die Person soll sich somit auf die Erledigung ihrer Aufgaben konzentrieren können, ohne befürchten zu müssen, etwas zu vergessen. GTD ermöglicht effizientes und belastungsfreies Arbeiten.

Hört sich das interessant für Sie an?

Wir sponsorn Ihnen einen kostenlosen mehrwöchigen Online-Workshop in Zusammenarbeit mit dem GTD-Experten, Oliver Gassner, mit der Möglichkeit, die Selbstmanagement-Methode kennenzulernen und in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Der Ablauf

Im Online-Workshop lernen Sie in einer Gruppe die Methode kennen, indem Sie das Buch “Getting Things Done / Wie ich die Dinge geregelt kriege” Kapitel für Kapitel gemeinsam durcharbeiten.

Einmal pro Woche erhalten Sie eine Nachricht, die auf wichtige Aspekte des zuvor gelesenen Kapitels hinweist und weitere wichtige Hinweise und Tipps enthält. In der “virtuellen Lerngruppe”, auf die nur Sie als Teilnehmer Zugriff haben, können Sie sich mit den anderen Teilnehmern austauschen und Fragen mit dem GTD-Experten Oliver Gassner diskutieren.

Um an unserem Online-Workshop teilnehmen zu können, benötigen Sie lediglich ein Benutzerkonto in unserem Forum. Damit wir Sie für die virtuelle Lerngruppe freischalten können, teilen Sie uns einfach in einer E-Mail an gtd (at) braintool.com Ihren Benutzernamen mit.

Dann benötigen Sie natürlich noch das Buch. Ob Sie die deutsche oder englische Fassung lesen, bleibt Ihnen überlassen. Wer passabel Englisch kann, ist mit der Originalfassung gut bedient.

Wir würden uns freuen, Sie als Teilnehmer an unserem GTD Online-Workshop begrüßen zu dürfen.

Der Kurs startet am 12. Oktober 2009!

Weitere Instruktionen erhalten Sie von uns nach Ihrer Anmeldung.

In drei Schritten zum kostenlosen GTD Online-Workshop

  1. Benutzerkonto einrichten (falls nicht schon vorhanden)
  2. Benutzername mitteilen
  3. Buch kaufen (deutsch / englisch)


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Getting Things Done im Projektgeschäft

Montag, 21. September 2009

David Allens Selbstmanagement-Methode erleichtert die Projektarbeit

Artikel von Oliver Gassner

Wissens- und Projektarbeit heißt, eigene oder fremde Informationsströme zu er- und bearbeiten, Informationen auszuwerten und wiederzufinden. Und das alles möglichst rechtzeitig. Selbstmanagementlehren aus dem Zeitalter des Papierplaners, die mit Tages- und Wochenplänen arbeiten, scheitern an der im digitalen Alltag geforderten Flexibilität. David Allens Methode „GTD“ verspricht Hoffnung.

GTD für Projektmanager (Quelle anabubula.com)

Um es gleich vorauszuschicken: Egal, wie gut ein Selbstmanagementsystem ist, die Arbeit muss man immer noch selbst erledigen. Aber manchmal hilft es, zu wissen, was mit welcher Information zu geschehen hat und rechtzeitig das Richtige zu tun. Selbstmanagement reduziert Stress. Und das ist schon einmal eine Menge. Am Beginn von David Allens Buch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ („Getting Things Done“, GTD) steht die Erkenntnis, dass die Tage immer kürzer sind, als die Menge an Aufgaben, die wir an ihnen erledigen wollen. Ein Telefonanruf, eine E-Mail oder ein in der Tür stehender Manager oder Kollege können den sorgfältig ausgetüftelten Tagesplan binnen Sekunden über den Haufen werfen.

Wahrscheinlich ist es genau diese Erkenntnis über den Alltag insbesondere der Wissens- und Projektarbeit, die GTD zum bevorzugten Selbstmanagementsystem vieler Projektmanager gemacht hat. David Allen, der sich seit über 20 Jahren mit Selbstmanagement beschäftigt, führt den Stress, den wir bei der Arbeit empfinden vor allem darauf zurück, dass uns ständig Dinge im Kopf herumgeistern, die wir zwar machen müssten, aber aus bestimmten Gründen jetzt und hier nicht erledigen können. Um diese Erkenntnis herum bastelt er sein Selbstmanagementsystem. Dieses besteht aus:

  • Erfassen
  • Durcharbeiten/Klären
  • Ordnen
  • Durchsehen
  • Erledigen

Bevor wir uns den Einzeldisziplinen widmen, schieben wir eine weitere Erkenntnis Allens ein: Nur wenn wir über die geeigneten Werkzeuge und Aufbewahrungssysteme verfügen und gleichzeitig elegante Verfahren kennen, die uns bei jedem Ding in unserem Kopf, unserer Mailbox oder auf unserem Schreibtisch sagen können, was damit wie zu geschehen hat, können wir effizient und stressfrei arbeiten.

GTD im Projektmanagement (Quelle anabubula.com)
Die sehr schematische Organisation von Arbeitsabläufen bei der GTD-Methode erleichtert das Jonglieren mit den täglichen Aufgaben.

Erfassung

Wir sind von „Zeug“ umgeben: Dingen, Ideen, Aufgaben, bei denen wir nicht wissen, was wir damit als nächstes tun sollen. Die gehören laut Allen raus aus dem Kopf, rein in ein „vertrauenswürdiges System“, das uns rechtzeitig daran erinnert, was zu tun ist.

Banal gesagt: Wir müssen Listen anfertigen. Nicht nur, wenn wir die Übersicht verloren haben oder einkaufen gehen oder vor der Fahrt in den Urlaub, sondern immer.

Auf die Listen gehört alles, was wir sonst im Kopf, auf Zetteln oder Ordnerstapeln aufbewahren würden, übersichtlich an einer Stelle. Davon ausgenommen sind Aufgaben, deren Erledigung nicht mehr als zwei Minuten kostet. Diese sind undelegierbar und werden sofort selbst erledigt, denn das Verwalten oder Delegieren würde länger dauern, als es gleich selbst zu machen.

Durcharbeiten / Klären

Wir haben E-Mail-Fächer, Eingangskörbe, Schreibtische, Anrufbeantworter, Notizbücher, Kalender, Festplatten und dunkle Ecken. Überall findet sich „Zeug“, hinter dem sich Aufgaben verbergen. Beim „Durcharbeiten“ werden diese E-Mail-Eingangsfächer systematisch geleert und für jedes „Zeug“ wird festgelegt:

  • ob etwas zu erledigen ist
  • wenn ja, wann
  • ob man es noch braucht
  • wo die Aufgabe zu erledigen ist
  • was genau der nächste Schritt (Next Action) ist

Die „nächste Handlung“ (Next Action) ist Kernpunkt von Allens System. Eines seiner Beispiele ist folgendes: Bei nicht wenigen von uns stehen Dinge auf der To-Do-Liste wie „Reifenwechsel“. Sinnvoller wäre es an dieser Stelle zu notieren, was konkret zu tun ist: „Werkstatt wegen Termin für Reifen anrufen“ klingt da schon besser. Eventuell sogar „Telefonnummer Werkstatt raussuchen“. Jede Aufgabenauflistung braucht eine Handlung, ein Verb, ein Tunwort, damit auch klar ist, was als nächstes ansteht, denn sonst passiert es nie.

Ordnen

Das „Ob“, „Wo“ und „Wann“ spielt die zentrale Rolle beim Ordnen der Aufgaben. Was noch gebraucht wird, aber jetzt keinerlei Reaktion erfordert, kommt ins „Archiv“. Was in die „Wiedervorlage“ muss oder demnächst zu geschehen hat, gehört auf eine Kontextliste. Denn wenn ich im Büro bin, nützt mir auf meiner Liste der Punkt „Garage aufräumen“ wenig. Beim Aufräumen meiner Garage bringt es wiederum nichts, wenn ich lese: „Chef wegen Gehaltserhöhung ansprechen“. Während das eine in den Kontext „zu Hause“ gehört, passt das andere wohl besser auf die Liste „Büro“
oder besser noch „Besprechung Chef“.

Durchsehen

Ein weiterer zentraler Punkt ist das Durchsehen aller Listen – auch solcher mit Aufgaben, die nicht aktuell anstehen. Das soll nach Allen wöchentlich – z. B. Freitags oder Sonntags – stattfinden. Erledigen Allen bietet einige Hilfestellungen für die Entscheidung, was zuerst zu tun ist. Er schlägt vor, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Kann ich das hier und jetzt tun?
  • Habe ich genug Zeit?
  • Habe ich genug Energie?
  • Ist dies die wichtigste der Aufgaben, für die ich Zeit und Energie habe?

GTD als Projektleiter einsetzen (Quelle anabubula.com)

GTD-Workflow künstlerisch wertvoll dargestellt.

Projekte

David Allens Definition eines Projekts dürfte jedem Projektmanager die Zehennägel hochrollen: „Ein Projekt ist jede Aufgabe, die zur Erreichung ihres Ziels mehr als einen Schritt benötigt.“ Peng. Und gleich noch einen hinterher: „Projekte kann man nicht erledigen, nur Aufgaben kann man erledigen.“ Dass Allen den Begriff des Projekts überhaupt einführt, hat einen gewichtigen Grund: Projektaufgaben, also solche, die zu anderen Aufgaben führen, müssen anders behandelt werden als einzelne Aufgaben. Projekte werden nämlich zusätzlich auf einer „Projektliste“ vermerkt, und die wird bei einer wöchentlichen Durchsicht konsultiert und daraufhin geprüft, ob auch jedes Projekt eine definierte „nächste Handlung“ hat. So fällt kein Projekt „durch die Ritzen“. Allen geht davon aus, dass jeder von uns einige Dutzend solcher Projekte hat.

So viele Listen

Wir führen also eine Liste pro Kontext, in der Regel mindestens für Zuhause, Büro, Besorgungen, eine für jeden Besprechungspartner, zusätzlich eine Projektliste und eine der „delegierten Aufgaben“, als letzte eine für Aufgaben, die „vielleicht irgendwann“ anzugehen sind. Auch sie werden wöchentlich durchgesehen, um sie präsent zu halten. Auf separaten Listen stehen eventuell noch Bücher, die man kaufen oder Filme, die man sehen möchte.

Archiv und Wiedervorlage

Als Archiv schlägt Allen – außer für Dinge wie Rechnungen und andere steuerrelevante Unterlagen, die separat abgelegt werden – eine durchlaufende Ablage von A-Z vor. Seit ich eine solche habe, sind alle Ablageaufgaben in der Tat binnen einer Minute pro Vorgang erledigt: Denn nur, wenn es fix geht, tut man es auch. Zum Managen der Wiedervorlage schlägt Allen 43 Ordner vor, in denen man „Briefe an sich selbst“ schreibt. Zwölf für die Monate, 31 für jeden Tag im Monat. Täglich kommt der Inhalt des „Tagesbriefs“ in die Inbox. Dabei ist die Idee, dass der komplette Inhalt einer Inbox jeden Tag durchgearbeitet – was eben nicht heißt: erledigt – wird.

Unternehmenskultur

Während GTD schon im Solo-Einsatz einen recht ordentlichen Produktivitätsgewinn und Ordnungsschub auslöst, preist David Allen auch den Einsatz in Unternehmen an. Dass alle delegierten Aufgaben im Blick bleiben, dass für alle Projekte „nächste Handlungen“ festgelegt sind und alle Teammitglieder ihre Aufgaben in „vertrauenswürdigen Systemen“ managen – diese Kombination aus sich synergetisch verstärkenden Praktiken erhöht bei allen im
Team die Verlässlichkeit und senkt das Stresslevel.

Werkzeuge

An sich braucht es nicht mehr als einen Kalender, Mappen für Projektunterlagen, ein A-Z-Archiv zur Wiedervorlage und viele, viele Listenblätter, um GTD zu praktizieren. Alles, was aus Papier ist, kann auch durch simple Textdateien und Ordner auf einer Festplatte oder einem USB-Stick ersetzt werden. Dennoch haben sich mannigfaltige  Verwaltungswerkzeuge herausgebildet: von Druckvorlagen für Kalendereinlagen oder Tippsammlungen, wie man sich etwa einen Planer nur aus einem Stapel Karteikarten und Binder-Clips bastelt, bis hin zu digitalen Lösungen, die sich zwischen JavaScript-Wikis in einer Datei und gehosteten Unternehmenslösungen aufspannen. Alle werben für sich mit der magischen Anziehungskraft von GTD. Man kann aber auch auf David Allens Webseite allerlei Büromaterialien für Fortgeschrittene oder Outlook-GTD-Plugins erstehen.

Beim Einarbeiten in GTD helfen nicht nur die Lektüre des Buchs „Getting Things Done“ – wer akzeptabel Englisch kann, sollte das Original lesen, statt sich mit der passagenweise rätselhaften deutschen Übersetzung „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ abzumühen – und seines Nachfolgerbuchs „Ready for Anything“, das mehr oder minder eine Sammlung von Newslettern ist. Inzwischen haben sich eine Reihe von Weblogs dem Thema GTD verschrieben.

Das Blog ImGriff.com widmet eine interessante Serie dem Thema. Mittlerweile kann man jedoch täglich in vielen Quellen nachlesen, welche Software man noch ausprobieren sollte oder welches Papierspielzeug man noch basteln könnte, anstatt zu arbeiten. Eine Ablenkung, die längst den Namen „Productivity Porn“ verpasst bekommen hat. Man tut allerdings besser daran, sich seine eigene GTD-Lösung zu basteln und die Produktivitätspornographie links liegen zu lassen. Oder zumindest auf die „vielleicht irgendwann“-Liste zu verbannen.

GTD-Effekte im Projekt (Quelle flickr.com)
Mögliche Effekte bei der Umsetzung von GTD.

Fazit

David Allen geht im Laufe des Buchs immer wieder darauf ein, dass man die Werkzeuge, mit denen man arbeitet, „mögen“ muss, um sie gern und konsequent einzusetzen. Nur, wenn das „verlässliche System“ konsequent und lückenlos ist, wird man es auch nutzen. Wenn nicht, schlagen die Wogen aus zu vielen Aufgaben und Stress schon bald wieder über dem Kopf zusammen. Obwohl GTD am besten wirkt, wenn man es möglichst umfassend einsetzt, lässt sich auch von kleinen Änderungen an Arbeitsabläufen profitieren – etwa, indem man beim Verfassen von Tasks gleich eine konkrete Handlungsanweisung notiert oder Aufgaben, die zwei Minuten oder weniger erfordern, sofort erledigt. Da GTD nicht nur eine Sammlung von Werkzeugen ist, sondern eher eine neue Denkweise oder, wie der englische Untertitel andeutet, eine Kunst, erlernt man es am besten, indem man sich die Techniken Stück für Stück aneignet. Wer das Buch später ein zweites Mal liest, sieht schnell, woran es noch hapert. Manchen hilft es, das Projekt „stressfreie Effizienz“ in der Gruppe anzugehen, andere kommen besser mit einem Kurs oder Coaching zurecht.

Oliver Gassner Über den Autor:
Oliver Gassner berät, konzipiert, schult, hält Vorträge und schreibt zu Themen rund um Weblogs, Wikis, das Social Web, Web3.D, Selbstmanagement und Kreativität. In seinem Blog finden sich auch Beiträge zu GTD und anderen Selbstmanagementthemen.
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Das erfolgreiche Projektmeeting

Dienstag, 28. Juli 2009

Projekte sind wie Rafting: Unberechenbar und allzu häufig folgt der Sprung in das kalte Wasser. So verwundert es nicht, dass Projektmeetings in denen eigentlich Statis geklärt oder Problemlösungen gefunden werden sollen, zeitlich und inhaltlich viel zu oft aus dem Ruder laufen. Doch wie kann der Projektleiter das Ruder fest im Griff halten, um durch das “Wildwasser Projektmeetings” sicher ans Ziel zu kommen?

In diesem Zusammenhang bin ich kürzlich auf einen äußerst interessanten Bericht gestoßen, indem „Business Week“ über die Voraussetzungen erfolgreicher Meetings berichtet. Die Mehrzahl von Besprechungen ist laut dem Bericht unstrukturiert, nicht gerade inspirierend und unproduktiv.

Marissa Mayer leitet bei Google das Produktmanagement für die Suchprodukte und hat pro Woche im Schnitt 70 Meetings. Da wird keine Zeit verschwendet – selbst 5-minütige Zusammenkünfte müssen eine konkrete Agenda vorweisen. Um die Zeit im Blick zu halten wird auch schon mal eine 1,5 Meter hohe Stoppuhr an die Wand gebeamt, um den Druck für die Teilnehmer ein wenig zu erhöhen. Dies hat zur Folge, dass die Mitarbeiter bestrebter und schneller zum Ziel kommen.

To add a little pressure to keep meetings focused, Google gatherings often feature a giant timer on the wall, counting down the minutes left for a particular meeting or topic. It’s literally a downloadable timer that runs off a computer and is projected 4 feet tall.

Als im Interview mit der Business Week der Countdown endete, verstand es Mayer humorvoll dies als sanften Wink zu verkaufen anstatt das Interview abrupt zu beenden.

Folgend haben wir für Sie noch einige aus unserer Sicht wichtige Punkte zusammengetragen.

Die Vorbereitung

Der Projektleiter sollte sich vor jedem Meeting Punkte überlegen, die er erreichen will! Eine Agenda zu erstellen ist eine wichtige Vorbereitung um einen genauen Ablauf zu haben. Mit diesem Zeitplan weiß jeder Teilnehmer, um was es geht und wie viel Zeit dafür investiert werden muss. Jedes Meeting sollte einen Protokollführer haben. Bestimmen Sie diesen bereits im Vorfeld oder generell in einem rollierenden Verfahren.

Die Eröffnung

Laut Umfragen kann sich jeder Teilnehmer an die Eröffnung noch am Besten erinnern. Deshalb ist es besonders wichtig, pünktlich und mit einer Interesse weckenden Einleitung in das Meeting einzusteigen. Eine kurze Zusammenfassung über die Ziele und Punkte, die heute besprochen werden oder ein Blick in die Zukunft, reichen völlig aus.

Der Leiter hat die volle Kontrolle

  • Der zuvor erstellte Zeitplan, muss stets befolgt werden, um die festgelegte Zeit einzuhalten.
  • Sie dürfen nicht an einer Frage hängenbleiben. Wenn Sie merken, dass ein Problem sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, dann notieren Sie dies bspw. auf ein Whiteboard und besprechen das Problem am Ende des Meetings mit den Betroffenen separat.
  • Der Protokollführer hält direkt und für jeden sichtbar Ergebnisse und konkrete Aufgaben (was, wer, bis wann) fest.
  • Achten Sie darauf, dass nicht nur eine Person zum Zuge kommt, sondern jede das Recht hat etwas mitteilen zu dürfen.
  • Stehen oder sitzen Sie als Meeting-Leiter an einem Ort, an dem Sie jeder im Blickfeld hat.
  • Pausen in längeren Meetings sind durchaus wichtig. Bauen Sie in Ihrem zuvor angefertigten Zeitplan Pausen ein, die fest eingehalten werden. Die gemeinsame Kaffeepause lockert die Stimmung und fördert die Kommunikation.
  • Meetings mit viel Abwechslung sind spannender und erfolgreicher. Beispielsweise könnten Sie trockene Zahlen doch auch mal als schön aufbereitete Grafik präsentieren oder mögliche Lösungen für eine Problemstellung per Moderationskärtchen, statt in einer lebhaften Diskussion, abzufragen.

Klare Regeln aufstellen

Was leider allzu häufig ein großes Problem darstellt, ist, dass viele Teilnehmer sich während eines Meetings anderweitig beschäftigen. Das kann SMS schreiben, chatten oder das Abrufen von E-Mails sein. Um dies oder andere störende Faktoren zu vermeiden, stellen Sie klare Regeln auf, die beispielsweise Handys und Laptops, die nicht im Meeting benötigt werden, verbieten. Dadurch steigert sich die Aufmerksamkeit und das Team arbeitet zielorientierter.

Wenn das Meeting außer Kontrolle gerät

  • Erheben Sie dezent Ihre Stimme und greifen Sie ein, wenn Leute zu lange reden.
  • Bleiben Sie gelassen und handeln mit Bedacht.
  • Sie sind der Projektleiter und dafür verantwortlich, dass das Meeting ein Erfolg wird.

Ein guter Schluss…

Genauso wie die Eröffnung, ist der Schluss ebenso wichtig. Am Ende der Besprechung sollte der Leiter die besprochenen Themen nochmals kurz zusammenfassen, nennen was erreicht wurde und was in der Zukunft noch erreicht werden soll.

Bedenken Sie jedoch, dass jede Organisation und jedes Team anders tickt. Nicht überall führen die selben Maßnahmen zum Erfolg. Seien Sie deshalb einfach mal experimentierfreudig und probieren Sie das eine oder andere aus. Die besten Rezepte entstehen durch Mut zur kreativen Verwendung der unterschiedlichsten Zutaten.

Verraten Sie uns doch Ihr Geheimrezept für gute Projektbesprechungen! Hinterlassen Sie uns einen Kommentar oder schreiben Sie uns eine Nachricht.

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Übersicht Projektzeiten

Freitag, 3. Juli 2009

So sollte Ihre Zeiteinteilung im Projekt nicht aussehen ;-)

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