Projektmanagement Blog

Im Interview: Doris Helzle, Autorin des PM-Buches „Immer wieder einmalig“

11 Feb
2016

Doris-Helzle-2_4x6Das PM-Buch „Immer wieder einmalig“ von Doris Helzle hatten wir bereits im Blog vorgestellt.

Mit Witz gibt die Autorin in Ihrem Buch zahlreiche Tipps und neue Anregungen für Projektmanager.

Die Autorin stand uns auch für ein Interview zur Verfügung.

Frau Helzle, Sie veranschaulichen in Ihrem Buch „Immer wieder einmalig“ das Thema Projektmanagement realistisch, lebhaft und mit viel Humor. Was hat Sie dazu bewogen, ein etwas anderes PM-Buch zu schreiben?

Nun, Sie kennen sicher den Spruch: Schwer ist leicht was.
Für mich persönlich ist es eine Riesenfreude, wenn mir die Kunst gelingt, das (vermeintlich) Schwere leicht zu machen. Ziel ist dabei, Erfahrungswissen tatsächlich greifbar zu machen.

Um bei meinem Gegenüber echte Aha-Erlebnisse zu erzeugen, erzähle ich Geschichten, die berühren, die Emotionen wecken und über die wir bestenfalls sogar lachen können. So hatte ich schon beim Schreiben viel Spaß daran, in der einen oder anderen Überzeichnung die Absurditäten des Projektalltags aufzuzeigen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ein vergnügtes Gehirn tickt einfach am besten!

In Ihrem Buch wird deutlich, dass der Erfolg im Projektmanagement sehr stark vom „Faktor Mensch“ abhängt. Könnten Sie uns diesen Punkt ein wenig erläutern?

Menschen sind zu großartigen Leistungen fähig. Ich durfte schon etliche Male erleben, wie Projektteams in der Lage waren, für unlösbar erscheinende Probleme gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln. Teams wollen ihr Ziel erreichen, das ist wirklich beeindruckend.

Es gelingt allerdings nur, wenn die Menschen in einer leistungsfördernden Umgebung arbeiten. Wie offen wird kommuniziert, wie ist die Fehlerkultur, wie der Umgang mit Konflikten? Darauf habe ich als Projektleiter zumindest im Rahmen des Projektes viel Einfluss.

Noch eine kleine Ergänzung: Bei Umfragen, in denen es um die entscheidenden Erfolgsfaktoren von Projekten geht, sind die Soft Skills der Beteiligten immer ganz vorne dabei.

Für Ihre Leser geben Sie viele Tipps und stellen diese in Situationen dar, die so ziemlich jeder Projektmanager beim Lesen wiedererkennen dürfte. Können Sie vorab vielleicht schon ein anschauliches Beispiel für ein Erfolgsgeheimnis mit den braintool-Blog-Lesern teilen?

Ja, klar. Einer meiner Lieblingstipps ist erst einmal ganz einfach: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Dies gilt in Projekten an vielen Stellen, zum Beispiel wie genau plane ich, wie viel Kontrolle ist erforderlich, wie viel Geld stelle ich zur Verfügung.

Jetzt wird es allerdings doch etwas knifflig. Um zu wissen, wie viel nötig und wie wenig möglich ist, muss ich ein Gefühl entwickeln, und das bekomme ich am besten durch Erfahrung.

Gleichzeitig sollte ich bereit sein, meine intuitiven Eingebungen immer wieder zu überprüfen und bei Bedarf nachzujustieren. Natürlich gibt es im Buch noch einiges, was zur geeigneten Gefühlsentwicklung beitragen kann.

Was sind heutzutage Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für Projektmanager?

Oh, da bin ich äußerst vorsichtig. Es ist ja nicht nur jedes Projekt einmalig, sondern auch jeder Projektleiter.

Im Austausch und in der Beratung erlebe ich allerdings häufig, dass gerade die innewohnende Führungsaufgabe eine große Herausforderung darstellt. Da gibt es nun mal keine Tools, keine Tabellen, keine Checklisten, mit denen wir die Probleme lösen können. Hier sind wir mit unserer ganzen Persönlichkeit gefragt. Eine Definition von Management passt an der Stelle gut: getting things done by people. Dieser Anspruch fordert uns immer wieder neu.

Und was bringt die besondere Freude, im Projektmanagement tätig zu sein?

Hm, am liebsten würde ich jetzt genau die gleiche Antwort geben. Es ist einfach fantastisch, wenn das mit der Führungsaufgabe gut klappt.

Vielleicht noch eine Ergänzung: Es gibt viele Menschen, die sich gerne fachlich und persönlich weiterentwickeln wollen. Denen bieten Projekte angemessener Größe und Komplexität eine ausgezeichnete Plattform, um dies zu verwirklichen. Was angemessen ist, ist selbstverständlich individuell sehr unterschiedlich.

Zu guter Letzt: Was können Sie Sie unseren Lesern empfehlen, sofern ihr nächstes Projekt einmal ins Stocken geraten sollte?

Was im Idealfall für alle gilt: Erst einmal Ruhe bewahren. Im Eifer des Gefechts vergessen wir leicht, dass Druck extrem kontraproduktiv sein kann, wenn es um das Finden von kreativen und tragfähigen Lösungen geht. Vielleicht ist sogar das momentane Stocken ein Anlaufnehmen für den entscheidenden Sprung?

Ist das Projektteam wirklich mit dem Latein am Ende, kann es eventuell klug sein, sich interimsweise Unterstützung zu holen. Kollegiale Beratung aus der Nachbarabteilung oder notfalls ein Blick von ganz außen kann oft neue Impulse für pfiffige Ansätze generieren.

Spiegeln die Überlegungen von Doris Helzle auch Ihre eigenen Erfahrungen wieder? Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung mit.

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