
Im englischen Requirements Management, kurz RM genannt, wird auch das Anforderungsmanagement für die Business-Analyse immer wichtiger. Hierbei werden fehlerarme und effiziente Entwicklungen angestrebt, um komplexe Systeme zu bewältigen.
Innerhalb des Anforderungsmanagements gibt es die Anforderungsdefinition und die Anforderungsverwaltung. Während sich die Anforderungsdefinition mit den Teilbereichen der Dokumentation und Validierung beschäftigt, geht es in der Anforderungsverwaltung um das Management von Anforderung, Risiko, Änderungen und Umsetzung des angestrebten Ziels.
Das Anforderungsmanagement ist ein Teilbereich, der in zahlreichen Unternehmen immer mehr zur Sprache kommt, da in der Vergangenheit durch entsprechende Fehler Probleme resultierten und daraus die Problematik entstand, dass Systeme oder Prozesse nicht so durchgeführt werden konnten, wie es ursprünglich geplant war.
Das Ziel des Anforderungsmanagements ist es, komplexe Produkte und Systeme zu koordinieren, die in ihrer Arbeitseinteilung und ihren jeweiligen Prozessen sehr unterschiedlich sind und entsprechend aufeinander abgestimmt werden müssen. Hierbei wird ein System zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer entwickelt, welches zu einer konkreten Umsetzung führen soll. Dabei werden die resultierenden Dokumente als vertragliche Basis verwendet.
Durch die Erhebung, Spezifikation und Analyse lässt sich ein gemeinsames Verständnis für die Aufgabenstellung schaffen, die sich durch die Dokumentation nur noch verstärkt. Hierbei sind auch Punkte wie Verständlichkeit, Eindeutigkeit oder Widerspruchsfreiheit Bestand des Vertrages. Außerdem gehört die Vollständigkeit und Nachweisbarkeit als weiterer Punkt dazu. Prozesse werden im Anforderungsmanagement klar definiert und implementiert. Während des gesamten Verlaufs wird eine Dokumentation aufgeführt, die immer wieder aktualisiert wird, um am Ende eine Grundlage für die Erstellung verwendet werden zu können.
Das Anforderungsmanagement unterliegt einer Norm, die auf CMMI und ISO/IEC 15504 zurückzuführen ist, als auch den Standard ISO/IEC 12207. Zur Darstellung jeglicher Vorgänge wird die formalisierte, natürliche Sprache verwendet. Satzkonstruktionen, die zur Einheitlichkeit verwendet werden, sind in so genannten Requirements Templates festgehalten. Hierdurch wird eine Vereinheitlichung geschaffen, die für Eindeutigkeit und Nachvollziehbarkeit verwendet wird. Die Verwendung von Adjektiven und Adverbien wird in der Dokumentation weitestgehend verzichtet, weil sie aus schwachen Wörtern bestehen, die nicht klar interpretiert werden können. Das Requirements Interchance Format, kurz RIF genannt, wird in Deutschland als Standard verwendet.
Angewandt wird das Prinzip des Anforderungsmanagements bei Vorgängen, bei denen eine präzise und auf ihre Qualität der Anforderungen ausgerichtete Vorgehensweise angestrebt wird. Eine inhaltliche Überprüfung, als auch Qualitätssicherung des Produkts ist somit umgehend möglich.
Als Hilfe verwenden in der heutigen Zeit manche Unternehmen eine Anforderungsmanagement-Software. In ihr ist eine Rückverfolgbarkeit, sowie ein Versions-/Konfigurationsmanagement möglich. Aufgabenbereiche werden strukturiert und Redundanzen reduziert. Insgesamt basiert diese Software oftmals auf einer Datenbank, welche die einzelnen Vorgänge speichert und überwacht. Natürlich ist diese Datenbank jederzeit einsehbar und gewährleistet somit einen kompletten Überblick über sämtliche Vorgänge. Auch ist es möglich, in entsprechender Software die jeweiligen Kundenanforderungen zu berücksichtigen und somit ein so genanntes Overengineering auszuschließen. Tests für die jeweiligen Anforderungen können eine zusätzliche Vollständigkeit der Daten gewährleisten.
