Ein Teammitglied nimmt innerhalb einer Arbeitsgruppe eine bestimmte Rolle ein, die seiner Position und seiner Funktionalität bezüglich der Aufgabenstellung entspricht. Es kann sich dabei um eine Zuweisung einer übergeordneten Person handeln oder die Eignung hat sich während einer bestehenden Teamdynamik von alleine herauskristallisiert. Ein Team erreicht nur dann seine optimale Effizienz, wenn die richtige Kombination der unterschiedlichen Teamrollen vorhanden ist. Im Projektmanagement ist eine gelungene Verknüpfung von Teammitgliedern unerlässlich, denn das Zusammenspiel der einzelnen Personen mit ihren individuellen Eigenschaften entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Projektmanager sollten dies bei der Auswahl ihres Teams unbedingt berücksichtigen.
Teamrollen nach Belbin
Der britische Forscher Meredith Belbin hat sich in 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten von Teammitgliedern auseinandergesetzt und ihren Einfluss auf die Leistung der gesamten Gruppe untersucht. Jeder Mensch weist sowohl Stärken als auch Schwächen auf, die sich auf das Zusammenspiel eines Teams auswirken. Durch das unterschiedliche Rollenverhalten beeinflussen sich die Personen untereinander. Doch welche Faktoren wirken sich positiv und welche negativ auf das Gesamtergebnis aus? Die Studien von Belbin kamen zu dem Ergebnis, dass es sowohl handlungsorientierte, als auch kommunikationsorientierte und wissensorientierte Rollen bedarf, damit ein Team optimal arbeitetet. Gerade im Projektmanagement lassen sich die Erfahrungswerte von Belbin erfolgreich umsetzen.
Handlungsorientiere Rollen:
- Der Macher besitzt den Mut, auch unvorhergesehene Ereignisse zu bezwingen. Er agiert außerordentlich dynamisch und hält zudem Druck von außen aus. Seine Schwächen sind die Ungeduld und der Hang zur Provokation.
- Der Umsetzer besitzt das Geschick, vorhandene Pläne zu realisieren, indem er diszipliniert, zuverlässig und sehr effektiv vorgeht. Er ist jedoch sehr unflexibel und kann auf plötzliche Veränderungen nicht reagieren.
- Der Perfektionist sorgt für fehlerfreie Ergebnisse, denn er arbeitet äußerst gewissenhaft. Aufgrund seiner Überängstlichkeit delegiert er nicht gerne weiter, weil er dann die Kontrolle verliert.
Kommunikationsorientierte Rollen:
- Der Koordinator fällt Entscheidungen. Seine Selbstsicherheit gibt ihm keinen Anlass zur Skepsis. Auch wenn er Vertrauen ausstrahlt, wird er von manchen Kollegen als manipulativ empfunden.
- Der Teamarbeiter oder Mitspieler mindert Reibungsverluste und unterstützt die Kommunikation. Er verhält sich kooperativ und diplomatisch, neigt in Krisensituationen allerdings zur Unentschlossenheit.
- Der Wegbereiter knüpft mit Hilfe seiner Kommunikationsfreude und seiner Extrovertiertheit die nötigen Kontakte. Manchmal legt er zu viel Optimismus an den Tag.
Wissensorientierte Rollen:
- Der Erfinder besticht mit seinen neuen Ideen. Durch seine eigenwillige und unkonventionelle Denkweise können ihm seine Teamkollegen häufig nicht folgen. Er hinterlässt bisweilen einen gedankenverlorenen Eindruck.
- Der Beobachter analysiert Ideen auf ihre Durchführbarkeit. Seine strategische Vorgehensweise basiert auf Sachlichkeit, dadurch fehlt es ihm an Inspiration.
- Der Spezialist stellt das Fachwissen zur Verfügung. Er arbeitet sehr engagiert, hält sich aber häufig zu sehr mit technischen Details auf.
Die erhebliche Variation in Persönlichkeitsmerkmalen von Teammitgliedern beweist einmal mehr, dass angelehnt an Belbin, definitiv eine sehr überlegte Zusammenstellung eines Teams erfolgen muss.
Welche Teamgröße empfinden Sie als optimal?

