Praxistipps für Projektmanager

So erstellen Sie eine Nutzwertanalyse

Timeboxing im ProjektmanagementIm Projektmanagement stehen täglich Entscheidungen an, die schnell und fundiert getroffen werden müssen. Dabei fließen Faktoren wie Kosten und Aufwendungen in die Entscheidungsfindung ein. Allerdings gibt es auch Faktoren, die sich nicht an genauen Zahlen messen lassen. Dazu gehören Stichworte wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, das Image eines Unternehmens, Serviceleistungen oder Aspekte wie Umweltschutz und Soziales.

Die Nutzwertanalyse dient im Projektmanagement dazu, Alternativen aufzuzeigen und zu bewerten. Im Gegensatz zu einer klassischen Pro-/Contra-Liste werden die Punkte hier nicht nur aufgeführt, sondern auch prozentual bewertet und gewichtet. Bei einer reinen Aufzählung von Vor- und Nachteilen kann es passieren, dass zwar auf einer Seite mehr Punkte aufgeführt sind, die Punkte auf der anderen Seite aber mehr Bedeutung haben. Die Nutzwertanalyse eignet sich zum Beispiel zur Bewertung von Produkten, Produktentwicklungen, Angeboten oder Maßnahmen.

Eine Nutzwertanalyse wird im Normalfall in Form einer Tabelle erstellt.
Dabei gehen Sie wie folgt vor:

1. Relevante Kriterien festlegen

In der linken Spalte legen Sie die wichtigsten Kriterien wie Kosten, Massentauglichkeit, Qualität, Innovationsgrad, nachhaltige Produktion usw. fest.
Tipp: Hier sollten Sie nicht allzu viele Kriterien aufführen, maximal 10 Punkte. Sonst wird die Methode sehr aufwändig und unübersichtlich.

2. Gewichtungsfaktor festlegen

In der nächsten Spalte legen Sie nun den prozentualen Faktor fest, wie hoch das einzelne Kriterium in der Gesamtbewertung gewichtet werden soll. Zum Beispiel, ob der Faktor „Kosten“ mit 20 oder 30 Prozent gewichtet werden soll.
Tipp: Um ein ausgewogenes Gesamtbild zu erhalten, sollten einzelne Punkte nie mehr als 40 bis 45 Prozent in der Gewichtung ausmachen, da die Analyse sonst zu einseitig geraten oder sich im Extremfall sogar ganz erübrigen kann.

3. Bewertungsmaßstab festlegen

Bevor Sie die weiteren Spalten ausfüllen, legen Sie ein Punktesystem fest, dass als Bewertung herangezogen wird. Zum Beispiel: 5 Punkte (=sehr gut), 4 Punkte (=gut), 3 Punkte (=befriedigend), 2 Punkte (=ausreichend) bis hin zu 1 Punkt (=mangelhaft)

4. Alternativen auflisten und mit Punktesystem bewerten

Nun füllen Sie die weiteren Spalten in der Tabelle auf, indem Sie die einzelnen zu bewertenden Alternativen auflisten und mit dem Punktesystem bewerten. Dann rechnen Sie den dazugehörigen Wert aus. Zum Beispiel: Eine Produktalternative wird mit 4 Punkten in der Kategorie Preis bewertet, der wiederum mit 30 Prozent gewichtet werden soll. Daraus folgt: 4 x 0,3 = 1,2 Punkte

5. Ausrechnen und Gesamtsumme

Wenn Sie pro Alternative die einzelnen Kriterien mit Punkten bewertet und mit dem Gewichtungsfaktor ausgerechnet haben, berechnen Sie die Gesamtsumme pro Alternative. Bei diesem Arbeitsbeispiel schneidet die Alternative mit der höchsten Gesamtsumme am besten ab.

Weitere Tipps:

Die Bewertung der Methode ist sehr subjektiv. Denn sowohl die Gewichtung, als auch die Vergabe der Punkte erfolgt nach dem persönlichen Empfinden. Daher ist es ratsam, die Nutzwertanalyse in einer Gruppenmeeting anzuwenden. Verschiedene Köpfe bringen verschiedene Sichtweisen ein, was das Gesamtergebnis ausgewogener und objektiver macht.
Zwei Methoden, die sich ebenfalls bei der Entscheidungsfindung bewährt haben, sind Context Maps oder – falls Sie sich noch ganz im Anfangsstadium einer Projektplanung befinden – Mind Maps.

Haben Sie bereits eine Nutzwertanalyse durchgeführt? Worin sehen Sie Vor- und Nachteile? Oder bevorzugen Sie eine andere Methode? Diskutieren Sie mit uns.

Bildquelle: © Can Stock Photo | canstockphoto.de

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