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Corona-Special Teil 7: Rituale und Tipps zum Durchhalten im Homeoffice

Tipps zum Durchhalten im Homeoffice
Nach Monaten mit mehr oder weniger stringenten Homeoffice-Zeiten dürfte sich bei den meisten eine gewisse Routine bei der täglichen Bewältigung des Arbeitsalltages eingestellt haben. Die Probleme liegen nun eher auf anderer Ebene: vielen mangelt es an Motivation, es fehlt an Sozialkontakten und spontanen Gesprächen mit Kollegen, das Gefühl der sozialen Isolation nimmt zu, kreative Inspirationen von außen wie durch kulturelle Veranstaltungen und Netzwerktreffen sind kaum noch vorhanden. Zumindest nicht „live“. Dazu zehrt an vielen Eltern die Doppelbelastung durch Homeschooling. Sprich: Eintönigkeit, Enge, soziale Isolation und Stress im häuslichen Umfeld tragen dazu bei, dass für viele das Homeoffice zur nervlichen Zerreißprobe geworden ist. Das muss nicht sein. Unsere Tipps helfen, Ihren Arbeitsalltag entspannter zu machen.

1. Das passende Arbeitsumfeld schaffen

Wie Sie sich zuhause räumlich, digital und organisatorisch einen guten Homeoffice-Arbeitsplatz einrichten, haben wir Ihnen bereits in Teil 1 unseres Corona-Specials vorgestellt. Es lohnt sich, nochmals einen Blick darauf zu werfen. Haben Sie alle erforderlichen Schritte umgesetzt? Und sich eine Tagesstruktur erarbeitet? In welchen Bereichen hakt es noch?

2. Wohltuende Morgenroutine

Morgenstund‘ hat Gold im Mund. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Es gibt zahlreiche Redewendungen, die den Wert dieser Tageszeit anpreisen. Leider kommt sie im normalen Berufsalltag viel zu kurz. Bis jetzt. Nutzen Sie die Zeit, in der Sie sich ansonsten durch den Berufsverkehr kämpfen, um den taufrischen Morgen einmal in Ruhe zu genießen. Finden Sie Ihre persönliche Wohlfühlrituale: Wechselduschen, eine Gesichtsmassage oder Yoga-Übungen rund um den „Sonnengruß“ wirken äußerst belebend. Gönnen Sie sich ein vollwertiges, nahrhaftes Frühstück inklusive Teezeremonie. Drehen Sie Ihren Lieblingsmusik laut auf, singen oder tanzen sie dazu … was auch immer Ihre Laune hebt.

3. Nehmen Sie eine äußere Haltung ein

Kleider machen Leute. Dieser Ausspruch kommt nicht von ungefähr. Leider verleitet das Homeoffice diesbezüglich zu einer gewissen Nachlässigkeit. Wer nachmittags immer noch unrasiert und im Pyjama vor dem Laptop herumlümmelt, hat den Bogen überspannt. Niemand erwartet von ihnen, dass Sie im Homeoffice Anzug und Krawatte tragen. Doch Sie sollten sich während der Arbeitszeit so kleiden, dass Sie einen spontanen Video-Call entgegennehmen könnten. Tragen Sie bequeme, aber saubere Casual Wear. Ein schwarzer Pullover mit Stoffhose ist allemal besser als ein ausgeblichener Jogginganzug. Dies hat viel mit Wertschätzung zu tun, gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber der Firma, die Sie ebenfalls repräsentieren. Plus: Die äußerliche Ausstrahlung wirkt sich auf die innere Einstellung aus. Wer das eine schleifen lässt, macht es letztlich auch mit dem anderen.

4. Bleiben Sie fokussiert – ohne digitale Ablenkungen

Kein Chef, der Ihnen über die Schulter schaut, keine Kollegin, mit der Sie sich das Zimmer teilen – nun ist die Verlockung besonders groß, einmal „kurz“ WhatsApp-Nachrichten und Social Media Profile abzuchecken. Doch die Zeit summiert sich schnell. Zumal ständige Ablenkungen sich äußerst negativ auf die Konzentration und Effizienz Ihrer Arbeit auswirken. Hier hilft nur das Motto „Aus den Augen – aus dem Sinn!“. Verstauen Sie Ihr Handy außer Sichtweite, eventuell in einer Schreibtischschublade. Deaktivieren Sie News-Ticker, Benachrichtigungen über eingehende E-Mails und sonstige Unruhefaktoren. Kontrollieren Sie eingehende Nachrichten nur zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel zu jeder vollen Stunde.

5. Bauen Sie Stress ab

Ruhepausen sind wichtig. Insbesondere, wenn Ihnen alles über den Kopf wächst, sollten Sie sich im häuslichen Umfeld einmal ausklinken. Fünf Minuten Auszeit, die Sie gezielt dem Stressabbau widmen, können viel bewirken. Zum Beispiel durch Autogenes Training, ein Ruhewort oder spezielle Atemübungen. In Teil 2 unseres Corona-Specials haben wir ein paar Tipps für Sie aufbereitet.

6. Setzen Sie sich in Bewegung!

Kein Gang zur Arbeit, in die Cafeteria oder ins Nachbarbüro – im Homeoffice leiden viele an Bewegungsmangel. Verbringt man den ganzen Tag sitzend, fährt der Kreislauf herunter. Müdigkeit, Antriebsschwäche und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Wann immer möglich, sollten Sie sich deshalb in Bewegung setzen, am besten draußen in der freien Natur. Spaziergänge, Walking und Jogging sind hierfür ideal. Wissenschaftler der kalifornischen Universität Stanford konnten in einer Studie aus dem Jahr 2014 nachweisen, dass Spaziergänge in einer grünen Umgebung negative Gedankenmuster durchbrechen und gleichzeitig die Kreativität anregen können. Die Teilnehmer der Studie schnitten in Mathematik-, Gedächtnis- und Wortfindungstests besser ab.
Alternativ helfen auch kurze Bewegungseinheiten wie HIIT-Training, Yoga oder Tabata. Auf Plattformen wie YouTube finden Sie hier jede Menge Material für 10- bis 60-minütige Trainingseinheiten. Am besten praktizieren Sie die Übungen bei geöffnetem Fenster.

7. Arbeiten Sie Liegengebliebenes auf

Was bisher immer zu kurz kam, kann nun endlich abgehakt werden. Machen Sie klar Schiff auf Ihren Festplatten, entrümpeln Sie Ihr E-Mail-Postfach, optimieren Sie digitale Ablagesysteme. Kurz: Schaffen Sie sich eine ideale Ausgangsposition, um bei Bedarf wieder voll durchstarten zu können. Sie werden sehen, wie befreiend es sein kann, sich von unnötigem Ballast zu lösen.

8. Nutzen Sie die Zeit für berufliche Fortbildung

Viele Firmen nutzen die entschleunigte Zeit für die Weiterqualifizierung Ihrer Mitarbeiter. Sollten sich bestimmte Teams oder Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung weiterbilden? Ist das Erlernen einer Fremdsprache wie Spanisch in Anbetracht Ihres Kundenstammes sinnvoll? Wie sieht es mit den Soft Skills der Belegschaft aus – sprich: Kommunikation, Feedbackkultur, Präsentation? Als Projektmanager können Sie entsprechende Maßnahmen vorschlagen und via Online-Teamevent mit den jeweiligen Anbietern/Trainern durchführen. Vorteil: So bleiben Sie mit Ihren Kollegen in Kontakt. Das erhöht die Motivation und das Zusammengehörigkeitsgefühl.

9. Sorgen Sie für geistige Anregungen

Die Gedanken sind frei – auch wenn wir räumlich momentan eingeschränkt sind. Aber Sie brauchen dementsprechende Anreize. Setzen Sie sich „intellektuelle Ziele“, um weiterhin „Out of the box“ denken zu können. Beispiele: Pro Woche ein Buch lesen. In einem bestimmten Zeitraum ein Musikstück oder eine Choreografie einüben. Sich ein wissenschaftliches oder alltagsbezogenes Thema heraussuchen wie „Microgreens anbauen“ und alles dazu recherchieren, lesen und probieren, was es gibt. Vorteil: Sie lenken Ihren Fokus auf positive, produktive Aspekte. Gleichzeitig geht Ihnen auch während „StayAtHome“ nie der interessante Gesprächsstoff aus.

10. Halten Sie an sozialen Treffen fest – und zwar online

Früher haben Sie sich jeden Donnerstagabend mit Kollegen zum After-Work-Cocktail getroffen? Halten Sie an diesen Ritualen fest und verlegen Sie sie online. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Teamspirit, Verbundenheit und gemeinsame (Geschäfts-) Werte sind Faktoren, die immer wieder gemeinsam erlebt werden müssen, um sie aufrecht zu erhalten.

11. Arbeiten Sie mit Belohnungssystemen

Kennen Sie die Kudo-Box? Diese Art des Lobkultur können Sie auch im Homeoffice praktizieren. Loben und belohnen Sie Ihre Kinder, wenn Sie gut im Homeschooling mitgearbeitet haben. Bedanken Sie sich bei Ihrem Partner/Ihrer Partnerin für die Unterstützung. Freuen Sie sich über die großen und kleine Erfolge Ihres Alltages. Im Grunde genommen ist alles nur eine Frage der Perspektive: Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Dinge, die gut gelaufen sind. Notieren Sie zum Beispiel Ihren „Erfolg des Tages“ auf einem Post-It oder einem schönen Kärtchen und befestigen Sie es gut sichtbar an einer Pinnwand neben Ihrem Schreibtisch oder an der Tür. So freuen Sie sich jedes Mal aufs Neue über das, was Ihnen gut gelungen ist.

Mit unserer Corona-Spezial-Reihe begleiten wir Sie sicher durch die Krise. Lesen Sie dazu auch die übrigen sechs Teile in unserem Blog, um diese herausfordernde Zeit effektiv und kreativ zu meistern.

Was motiviert Sie in Ihrem Homeoffice? Gibt es Tipps oder konkrete Erfahrungen, die Sie anderen Usern mitteilen möchten? Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

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