Praxistipps für Projektmanager

Corona Krise, Teil 6: Als Projektmanager das Team führen – Zweifel in Motivation wandeln

Zweifel in Motivation umwandeln Corona wirkt sich auf viele Bereiche des beruflichen und privaten Lebens aus. Dies beeinflusst auch die Stimmung im Team sowie die tägliche Zusammenarbeit. Firmen bangen um ihre Existenz, Mitarbeiter um ihren Job, es mangelt an Planungssicherheit, an langfristigen Perspektiven. Veränderte Kommunikationsabläufe wie Homeoffice oder Kurzarbeit können Prozessabläufe erschweren. Noch dazu werden viele Mitarbeiter von privaten Sorgen umgetrieben. Als Projektmanager sind Sie Dreh- und Angelpunkt, arbeiten mit vielen verschiedenen Menschen zusammen. Sie haben das Ruder der Hand, um Ihr Team wieder positiv aufzurichten. Um Prozesse selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen voran zu bringen. Wir stellen Ihnen Ansätze vor, wie Ihnen dieses Vorhaben gelingen kann.

Das Limonaden-Prinzip

Vielleicht kennen Sie den Ausspruch: „Gibt dir das Leben Zitronen, mach Limonade draus!“ Im übertragenen Sinne: Machen Sie das beste aus der Situation. Denn in jeder Krise steckt immer eine Chance, ein Neubeginn. Wer es schafft, diesen Denkansatz im Team zu verankern, hat bereits viel gewonnen. Die Coronakrise kann als Gelegenheit herangezogen werden, um neue Strukturen, Prozesse und Ideen umzusetzen. Die Firma kann sich von Überholtem lösen, etwas Neues aufbauen, Dinge auf der To-Do-Liste aufarbeiten, die sonst immer zu kurz gekommen sind. Es könnten zum Beispiel Digitalisierungsprozesse und Schulungen vorangetrieben, alternative Arbeitsformen wie Homeoffice gestärkt werden. Ein Unternehmen kann sich ein neues Image aufbauen, neue Märkte und Produkte erschließen. Führen Sie Ihrem Team all diese Möglichkeiten vor Augen! Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter „out of the box“ zu denken, Mind Maps anzulegen, gemeinsam zu brainstormen. Denn im Grunde genommen ist alles nur eine Frage der (richtigen) Perspektive.

Haben Sie ein offenes Ohr

Menschen reagieren auf Krisen völlig unterschiedlich. Während sich manche sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht unterkriegen lassen, sind die Nächsten vor Angst wie gelähmt, wohingegen andere ständig gereizt sind. Zeigen Sie Verständnis für die Sorgen Ihrer Kollegen und bieten Sie ein offenes Gespräch an. Vielen hilft es bereits, gehört und ernst genommen zu werden.

Ehrliche Kommunikation

Ungewissheit ist für Menschen nur schwer zu ertragen. Darum ist es für Unternehmen wichtig, den Stand der Dinge, mögliche Veränderungen und neue Perspektiven ehrlich zu kommunizieren. Selbst negative Nachrichten sind besser zu akzeptieren als eine Schweige-Taktik. Der Tonfall ist hierbei von Bedeutung: Ruhig, besonnen, rational, aber dennoch empathisch und mit positiver Fokussierung. Klingt schwierig? Holen Sie sich die Unterstützung von PR-Profis aus Ihrer/einer Marketingabteilung.

Sich an Teilerfolgen freuen

Leider neigen wir Menschen dazu, uns an dem aufzuhalten, was nicht gut funktioniert und verlieren dabei aus dem Blick, was gerade besonders gut läuft. Schluss damit: Zeigen Sie Ihrem Team, welche Teilerfolge und Meilensteine Sie feiern konnten, welche Klippen Sie erfolgreich umschifft, welche Projekte die Erwartungen sogar übertroffen haben. Projektstrukturpläne oder die in der Projektplansoftware A-Plan integrierte Ampel-Funktion zeigen Ihnen genau an, wo die Zeichen auf „grünes Licht“ stehen.

Wir-Gefühl stärken trotz Social Distancing

Während des Lockdowns wurden Teams oft auseinandergerissen und die Arbeit hat sich teilweise oder ganz ins Homeoffice verschoben. Auch heute sind viele Firmen teils noch weit vom alltäglichen Arbeitsabläufen entfernt. Damit alle an einem Strang ziehen und sich Mitarbeiter nach wie vor mit dem Unternehmen identifizieren können, ist es wichtig, den persönlichen Kontakt zu den Kollegen nicht zu verlieren. Pflegen Sie virtuelle Wochenmeetings, treffen sie sich in kleinerem Rahmen auf ein Feierabend-Bier, auf eine Walking-Runde im Park… seien Sie kreativ.
Lesen Sie hier, was Sie sonst noch beachten müssen, um Teams wieder erfolgreich zusammenzuführen.

Wertschätzung ausdrücken – von Kudo-Box bis Bonuszahlung

Lob und Wertschätzung sind Balsam für jeden Mitarbeiter, insbesondere in unsicheren Zeiten. Eine charmante Art, Lob auszusprechen, ist die Kudo-Box. Daneben können in Absprache mit der Geschäftsleitung Bonuszahlungen an die Mitarbeiter ausgezahlt werden. Weitere Alternativen: Einen zusätzlichen Urlaubstag, Gutscheine oder kleine Aufmerksamkeiten verschenken. Unternehmen erzielen eine gute Wirkung, wenn sie nun vermehrt auf Präventionsangebote setzen: Obstkörbe, Yogakurse, Luftreinigungsgeräte oder andere Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge können positive Signale setzen. Yogakurse werden sogar staatlich bezuschusst. Fazit: Es ist die Geste die zählt und ausdrücken soll: Ihr seid wichtig für die Firma! Mit euch können wir jede Krise meistern.

Welche Sorgen und Ängste treibt Ihr Team um? Wie begegnen Sie diesen Zweifeln? Welche Methoden haben sich bei Ihnen bewährt? Teilen Sie mit uns Ihre persönlichen Tipps!

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